Das User Interface oder die Benutzeroberfläche bildet die Schnittstelle zwischen dem Menschen und einer Software. Es ermöglicht dem Nutzer ein Programm zu kontrollieren, Befehle einzugeben und Feedback vom Computer zu erhalten.

Definition

Das User Interface (auf Deutsch: Benutzeroberfläche) bezeichnet das Element eines Programmes, mit dem der Nutzer die Software oder die Hardware kontrollieren kann.

Idealerweise sind diese User Interfaces so gestaltet, dass der Nutzer – oder der User – diese intuitiv überblicken und nutzen kann. Eine solche Benutzeroberfläche nutzt oft selbsterklärende Bedienelemente, die vor allem im Computerbereich grafisch so aufgebaut sind, dass sie klar strukturiert sind. Somit ergibt sich aus einem guten User Interface eine gute User Experience.

User Interface Schaubild

Die Entwicklung des User Interface

Die Entwicklung der User Interfaces spiegelt die Entwicklung der Computer und ihrer Rechenleistung wider. In den Anfangsjahren der PCs reichte die Rechenleistung nicht einmal ansatzweise aus, um eine moderne, grafische Benutzeroberfläche darstellen zu können.

Deshalb musstest du früher die Aufgaben für deinen Computer in einem Command Line Interface (CLI) eingeben. Heute kennen die meisten Computernutzer diese CLI nur noch aus Filmen der 90er Jahre. Das schwarze Fenster mit der unförmigen weißen Schrift gibt es aber heute auch noch – auch auf Windows 10 sieht die cmd.exe oder Eingabeaufforderung noch genauso aus wie bei alten MS-DOS Rechnern.

Der nächste Entwicklungsschritt war das Text User Interface (TUI). Hier erfolgt die Eingabe der Befehle und die Navigation noch im Wesentlichen über die Tastatur und nicht über eine Maus. Im Gegensatz zu einem reinen CLI unterstützt ein solches TUI schon Buttons und Menüs. Viele Nutzer werden diese Gestaltung eines User Interface von der Installationsoberfläche eines Betriebssystems wie Microsofts Windows kennen.

Heute sind grafische Benutzeroberflächen oder Graphical User Interfaces (GUI) am weitesten verbreitet. Prinzipiell ist ein Fenster in einem aktuellen Betriebssystem mit den enthaltenen Bedienelementen ein solches User Interface. Als Nutzer interagierst du mit deinem Betriebssystem, deiner Software oder deiner Hardware mithilfe deiner Maus und deiner Tastatur. Typische Elemente sind Drop-Down Menüs, Reiter oder Tool Bars.

Intuitiv gestaltete User Interfaces

Heute versuchen die Anbieter von Betriebssystem und Programmen sich bei der Gestaltung ihrer Benutzeroberflächen an Elementen des alltäglichen Lebens zu orientieren. Daher nutzt Microsoft schon lange die selbsterklärenden Symbole wie einen Ordner, den Papierkorb oder das Diskettensymbol. Auch wenn solche Geräte wie Disketten nicht mehr benutzt werden, erkennst du immer noch – entweder von früher oder der langen Arbeit mit diesen Symbolen – was Microsoft mit der Diskette aussagen möchte.

Der Vorteil dieser grafisch gestalteten, intuitiven Benutzeroberflächen ist, dass die Befehle einfach erkannt werden und nicht mehr auswendig gelernt werden müssen. Um einen Computer mittels CLI zu nutzen, musste der Nutzer früher tatsächlich die Befehle auswendig kennen, um sie in den Computer eingeben zu können.

Die Gestaltung eines guten User Interface unterliegt grundlegenden Regeln. Eine Interaktion mit der Software sollte immer für einen Befehl dieselbe Bezeichnung oder dasselbe Symbol verwenden und die dazugehörige Schaltfläche immer an derselben Stelle platzieren. Damit der Nutzer das System problemlos nutzen kann, muss es ihm laufend Feedback liefern – wie etwa in Form eines Mauszeigers, der sich in eine Sanduhr verwandelt, wenn der Computer ein bisschen Zeit braucht um einen Befehl auszuführen.

Die neuesten Entwicklungen der User Interfaces

Ebenso wie sich die Benutzeroberflächen in den letzten dreißig Jahren von mysteriösen aussehenden und Laien wenig zugänglichen CLI zu den modernen intuitiven GUI entwickelt haben, arbeitet die Tech-Brache unablässlich daran, die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine noch einfacher und müheloser zu gestalten. In den letzten Jahren verbreiteten sich Natural User Interfaces (NUI) rasant – zum Beispiel als Touch Screen bei Smart Phones. Ein anderes Beispiel sind Konsolen wie die Nintendo Wii, bei der die Bewegung eines Controllers durch den Nutzer auf den Bildschirm übertragen wird.

Ebenso verbreitet sich das Voice User Interface, bei der ein Endgerät mittels einer Spracheingabe gesteuert wird, beispielsweise bei der Sprachsteuerung eines Smartphones, einem Navigationsgerät im Auto oder Sprachassistenten wie dem Amazon Echo.

Wie könnten User Interfaces in Zukunft aussehen?

Derzeit forschen verschiedene Unternehmen an Systemen, die eine Interaktion der Nutzer mit ihren Geräten mittels Gesten, sogenannter Perceptual User Interfaces, ermöglichen sollen, was eine Erweiterung von VUI oder NUI darstellen würde. Ein weiteres Forschungsfeld ist das Brain Computer Interface, bei dem du als Nutzer deinen Computer mittels deiner Gedanken steuern könntest. Was sich nach Science Fiction anhört basiert heute tatsächlich bereits auf validen Forschungsergebnissen. Mittels Elektronen gemessene Gehirnströme werden von einem Algorithmus umgewandelt. Besonders im Bereich der Robotertechnik könnte dies vielen Menschen helfen, wenn sie beispielsweise so Prothesen wie ihre eigenen Körperteile steuern könnten.

Welche Bedeutung haben User Interfaces für Suchmaschinenoptimierung?

Bei der Gestaltung einer Webseite lohnt es sich für den Webseitenbetreiber die Grundregeln der Gestaltung von Benutzeroberflächen zu achten. Ebenso wie ein Betriebssystem logisch und übersichtlich aufgebaut sein sollte, muss eine Webseite eine klar erkennbare und unkomplizierte Seitenarchitektur haben, die sowohl dem Nutzer wie dem Crawler eine problemlose Navigation über die Webseite ermöglicht.

Beim Entwurf von Icons und Symbolen ist es noch viel wichtiger auf einen schneller Wiedererkennungswert zu achten, als bei einer Software. Ein Computerprogramm wie ein Betriebssystem nutzt du wesentlich länger, als du eine Webseite besuchst. Daher können sich Nutzer eher auf die Software einstellen und einarbeiten als bei einer Webseite. Daher musst du darauf achten, dass deine Symbole ebenso klarer verdeutlichen, was sie ausdrücken.