Webkataloge sorgten im frühen Internet ohne wirksame Suchmaschinen dafür, dass Nutzer Information finden konnten. Durch fortlaufende Modernisierung von Suchmaschinen entwickelten sich die meisten Webkataloge zu Backlinkfarmen und wurden dann bedeutungslos. Erst in letzter Zeit können sich neue, seriöse Webkataloge zu einzelnen Themen wieder etablieren.

Definition

Ein Webkatalog oder ein Artikelverzeichnis ist eine Webseite, die eine Sammlung redaktioneller Artikel bereitstellt und diese nach passenden Kategorien organisiert. Du als Benutzer kannst oft deine Artikel in einem solchen Webkatalog mit einem Formular – meistens in Textform – selbst einstellen. Es gibt sowohl kostenlose Webkataloge, als auch Artikelverzeichnisse die ihren Service kostenpflichtig anbieten.

Wozu dienen Webkataloge?

In der Anfangzeit des modernen Internets um 1990 herum fingen immer mehr Privatpersonen an, das Internet zu nutzen. Durch das rasante Wachstum des Contents im Internet wurde es zunehmend schwierig die passenden Webseiten zu finden, die die gesuchten Informationen bereitstellten.

Ebenso wie das Internet steckten Suchmaschinen damals noch in den Kinderschuhen und waren als Hilfsmittel nur bedingt zu gebrauchen. Oft war es nur schwer möglich, den passenden Treffer mit einer Suchmaschine wie Google zu finden.

Webkataloge sammelten Verlinkungen zu Webseiten, um das wachsende Informationsangebot Nutzern auch zugänglich zu machen. Mit den Webkatalogen konnten die Internetnutzer zuverlässig die Informationen finden, die sie auch suchten – wozu die Suchmaschinen noch nicht in der Lage waren.

Webkatalog Bild für Wiki

Durch die vielen Seitenaufrufe von Webkatalogen und der naturgemäß großen Menge an Backlinks, belegten die Webkataloge meistens die oberen Plätze der Search Engine Result Pages (SERP).

Wie hängen Webkataloge und Suchmaschinenoptimierung zusammen?

Für die Suchmaschinenoptimierung (SEO) waren diese Sammlungen natürlich sehr interessant. Die Artikelverzeichnisse hatten viele Nutzer und es war leicht dort Backlinks zu platzieren und so eine große Reichweite zu generieren. Diese Reichweite bedeutete auch eine bessere Domain Authority und damit ein besseres Ergebnis auf der SERP. Es genügte die passenden Links in einem Text zu platzieren und diese bei Webkatalogen einzureichen.

Das reichte um die Anzahl an Rückverweisen zur eigenen Seite zu steigern. Für die Werbewirtschaft waren diese Artikelverzeichnisse ebenfalls interessant. Die großen Nutzerzahlen sorgten dafür, dass sich ein Betrieb schnell rechnete. Deswegen wurden sehr viele Artikelverzeichnisse geschaltet – nicht mit dem Ziel der Informations- und Wissensvermittlung, sondern nur um Backlinks zu produzieren.

Google möchte aber Backlinks unterstützen, die durch guten Content und dessen Weiterverbreitung durch menschliche Nutzer gewonnen werden. Mit dem Google Penguin Update schließt Google heute die Backlinks auf solchen Seiten bei der Errechnung des Page Rank durch seinen Algorithmus aus.

Die große Marktmacht Googles – in den meisten Ländern ist Google die marktbeherrschende Suchmaschine – sorgt dafür, dass heute Artikelverzeichnisse so gut wie bedeutungslos sind.

Neue Ideen und Ansätze

Viele Nutzer finden die dominierende Marktmacht Googles unheimlich – schließlich kann Google eine Seite von seiner SERP streichen, die damit im Internet so gut wie unauffindbar ist. Deswegen suchen Nutzer heute wieder neue Möglichkeiten, wie sie mit Artikelverzeichnissen Informationen im Internet an den großen Suchmaschinen vorbei verbreiten können.

Mit geschickter Moderation und klaren Nutzungsbedingungen können Webkataloge zu verschiedenen Themen wiederaufgebaut werden, die nicht zu reinen Backlinkfarmen verkommen. Besonders zu den Themen Gesundheit oder Heimwerken etablierten sich in letzter Zeit neue Webkataloge die ihren Nutzern einen echten Mehrwert bieten – und die Informationsflut zum Teil übersichtlicher machen können, als Googles Ergebnisseite.

Fazit

In einem Artikelverzeichnis können Webseitenbetreiber ihre Seiten indexieren und auf diesem Weg an Reichweite gewinnen. In den frühen Jahren des Internets waren sie ein unverzichtbarer Teil, damit Nutzer sich im Internet überhaupt zurechtfinden konnten. Die gleichzeitige und fortlaufende Weiterentwicklung von Suchmaschinen sorgte dafür, dass die meisten dieser Webkataloge zu Backlinkfarmen verkamen.

Webseitenbetreiber gewannen durch sie Backlinks. Um Verlinkungen durch organischen Traffic zu fördern, berücksichtigt Google Backlinks aus Artikelverzeichnissen seit dem Penguin Update nicht mehr. Artikelverzeichnisse versanken dadurch in der Bedeutungslosigkeit.

Durch die zunehmende Marktmacht findet neuerdings ein Revival statt, damit Informationen zum jeweiligen Themenbereich auch ohne Google systematisiert und auffindbar werden.